Wie soll man dazu stehen? Zuerst einmal: beides sind "natürliche Substanzen" die in Mengen und Spuren in herkömmlichen Lebensmitteln vorkommen.
Protein als eines der drei Makronährstoffe sowieso in vielem vertreten. Proteinpulver ist nichts weiter, als eben pulverisiertes
Eiweiß, insoliert vom eigentlichen Lebensmittel. Chemisch gesehen identisch und lediglich durch etwaige Zusatzstoffe für den Geschmack und die Haltbarkeit verschieden.
Creatin selbst kommt vor allem in rotem Fleisch vor. Das Creatinmonohydrat erhöht die Wasserspeicherung im Körper, was u.A. auch mit Energiebereitstellung in Muskeln reinspielt (mehr Wasser, größere Phosphatspeicher = mehr Power). Man braucht beide Sachen nicht extra zu supplementieren, vor allem profitiert man als Anfänger auch nicht in dem Maße, wie ein Fortgeschrittener.
Creatin wird gerne extra zugeführt, um Plateaus zu überwinden. Ein Anfänger hat keine
Plateau's - der Körper baut auch so gut auf, wenn man sich einwenig mit Ernährung beschäftigt und ausreichend Energie in Form von Lebensmitteln zuführt. Gleichzeitig sollte man bedenken, dass er Körper bei einer Creatinzufuhr die eigene Produktion drosselt (Marke: "Och, warum selbst mühevoll synthetisieren, wenn man Wirt es sowieso exogen zuführt?"). Daher kann es unter anderem auch zu herben Leistungseinbußen nach Einstellen der Creatingabe kommen (da braucht der Körper wieder seine Zeit um die Eigenproduktion hochzufahren).
Ich habe immer das Gefühl, dass die Leute diesem Pulverkram eine Art Wunderwirkung zuschreiben - dabei wird ein Topkörper zu 95 % im Training und in der Ernährung, sowie der ausreichenden Regeneration "geschmiedet." Mit Supplementen kann man - vor allem als Austrainierter - vielleicht noch die magischen 5 % rauskitzeln. Für Anfänger, die ohnehin viel Optimierungsbedarf haben ist das in etwa so, als würde ich ein Haus bauen wollen, noch beim gießen des Fundaments bin, mir aber schon gleichzeitig Gedanken über die Vorhänge im Bad mache...