10. Wunschfigur erreicht! Was nun?
So, es ist soweit, man mag sich wieder gerne im Spiegel anschauen. Diät vorbei! Juhu?
Diät vorbei? Leider noch nicht. Wieder muss noch etwas gegen den Jojo-Effekt tun. Wenn wir nun sofort wieder auf 100% unseres Gesamtbedarfs hochgehen,
werden wir wahrscheinlich wieder ein wenig zunehmen. Wir müssen also langsam wieder auf 100% hoch. Wir haben je nach Gesamtumsatz ein Defizit von
200-500kcal gehabt. Um nun den Körper langsam wieder an die 100% zu gewöhnen gehen wir in wöchentlichen Schritten von 50(-100)kcal wieder hoch.
Nun sind wir fertig und müssen darauf achten die 100% Gesamtbedarf nicht allzu oft zu überschreiten. Sonst geht’s bald zur nächsten Diät.
Eine abgeschlossene Diät ist nämlich keine Garantie auch
schlank zu bleiben.
Neben der kurzen Formel „Leichtes Kaloriendefizit = Gewichtsverlust“ gilt nämlich auch die Formel „Leichter Kalorienüberschuss = Gewichtszunahme“.
Nicht vergessen
11. Kalorienbedarf ermitteln
Die meisten werden es nicht problemlos hinbekommen, ein leichtes Defizit zu bekommen ohne mehr oder weniger seine Kalorien zu zählen und seinen
Kalorienbedarf zu kennen. Seinen Kalorienbedarf rechnerisch zu ermitteln ist gar nicht so einfach und wird auch nur annäherungsweise funktionieren.
Es gibt viel zu viele Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen. Diese können einfach nicht beachtet werden. Um uns aber möglichst nah an unseren Bedarf
anzunähern machen wir folgendes: Wir suchen uns in den Weiten des Internets 4 Kalorienbedarfsrechner, errechnen mit jedem unseren Bedarf und nehmen
den Durchschnittswert, an dem wir uns nun orientieren können.
Es ist zu beachten, dass Menschen mit einem sehr hohen
KFA (im Volksmund: hohes Übergewicht) weniger Kalorien verbrauchen als Menschen mit
einem niedrigen
KFA und dem selben Gewicht, da Körperfettgewebe einen geringern Umsatz hat. Dies ist aber in den meisten Fällen nicht allzu gravierend,
da wir ja eh nur mit Näherungswerten arbeiten.
Weiter sollte von Sport treibenden Personen beachtet werden, dass je nach Intensität der Ausführung der jeweiligen Sportart der Bedarf leicht bis sehr stark
ansteigen kann. Es kann in einigen Fällen ratsam sein, auch während einer Diät den Bedarf für Sporttage gesondert auszurechnen.
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Nun haben wir aber vielleicht ein Problem. Und zwar dann, wenn wir "zu leicht" sind: Der Grundumsatz ist nicht genau ermittelbar.
Wenn wir groß und stark sind und viel Sport treiben, dann haben wir vielleicht einen Gesamtbedarf von 4000kcal am Tag. Davon sind 10% 400kcal und 20% 800kcal. Wenn man sein Defizit mit 500kcal am Tag plant, dann kann man hier nichts falsch machen, da das Defizit je nach Schwankung zum ermittelten Bedarf trotzdem noch bei mindestens 300kcal liegen wird.
Da sieht das geschulte Auge schon das Problem.
Was macht eine Frau, die klein und schmächtig ist? Nehmen wir an, der ermittelte Dedarf beträgt 2200kcal am Tag.
10% sind 220kcal am Tag und 20% sind 440kcal.
Was aber wenn der tatsächliche Bedarf bei 2000kcal liegt und 10% genommen werden? Richtig, kein Defizit.
Wenn nun aber 20% genommen werden und der tatsächliche Bedarf bei 2400kcal liegt, dann landet man bei einem Defizit von 640kcal.
Das ist für jemanden, der 4000kcal am Tag braucht, ein vertretbares Defizit aber bei 2400kcal kann das später leicht zum Jojo führen, weil je nach Stoffwechsel, etc. das Defizit viel zu hoch sein könnte.
Von daher:
Es gilt: Leichtes, rechnerisches Defizit von 10-20% unter Beobachtung.
Hier muss man auf seinen Körper hören. Ist es zu viel Defizit, langsam ein wenig mehr essen.
Ist es zu wenig Defizit, langsam ein bisschen mehr essen.
Einfach auf den Körper hören!
Und: Ein leichtes Hungergefühlt ist kein Zeichen für ein zu hohes Defizit. Hunger gehört nun mal leider dazu.
12. Körperfettanteil ermitteln
Immer wieder kommt die Frage, wie man seinen KFA errechnet. Auch hier lautet die Antwort, dass es nur annäherungsweise geht.
Am häufigsten werden Waagen mit Körperfettmessgerät benutzt. Diese sind SEHR ungenau.
Wenn man eine solche Körperfettwaage benutzt, sollte man diese nur zur Orientierung nutzten, von ihr aber nicht den tatsächlichen KFA ablesen.
So stellte ich mich vor kurzen auf eine solche Waage. Ich habe nach dieser einen KFA von 30%. Totaler Nonsens.
Aber wie benutzte man diese als Orientierung?
Man kann sich in regelmäßigen Abständen (täglich, wöchentlich, etc.) unter gleichen Umständen (morgens direkt nach dem Aufstehen ohne Flüssigkeits-
und Nahrungszufuhr) auf die Waage stellen und vergleichen, ob sich der KFA verändert hat. Mehr nicht.
Eine weitere, wesentlich gernauere Methode ist die
7-Falten-Methode. Hier wird ein Caliper (Messschieber) benötigt. Gibt’s im Baumarkt
oder der Apotheke Deines Vertrauens.
Es ist zu beachten, dass bei Männlein und Weiblein aufgrund des genetisch bedingten Muskelanteils ein anderer KFA normal ist.
Siehe
Körperfettanteil bei Wikipedia
Wozu das Ganze?
Weiß ich auch nicht, es ist eigentlich sinnlos seinen KFA zu wissen. Man weiß auch so, dass man zuviel, zuwenig oder genau richtig hat. Spiegelbild reicht.
Es ist lediglich zu beachten, dass ein zu geringer KFA schädlich für den Körper ist, da der Körper permanent auf KF-Reserven zugreifen können muss.
Männer bitte nicht <8% und Frauen bitte nicht <15%.
13. B.M.I – Body Mass Index
Der BMI ist völlig nichts sagend und sollte eigentlich für gar nichts zu Rate gezogen werden. Er dient nicht einmal als Richtwert für irgendetwas.
Warum das so ist, will ich Euch wieder einmal an mir als Beispiel deutlich machen.
Wie der BMI berechnet wird, erfahrt Ihr bei
Wikipedia – BMI
Ich habe mit meinen 93kg, der Körpergröße 190cm, dem Alter 24 Jahre und dem Attribut männlich demnach einen BMI von knapp über 25. Ich bin also übergewichtig.
Ist aber nicht so. Ich bin fast genau richtig. Wenn ich nun noch mehr trainiere und noch mehr Muskelmasse hinzubekomme, dann bin ich richtig schlimm übergewichtig.
Hätte ich ein wenig weniger Muskelmasse und ein wenig mehr KF, dann wäre ich vielleicht in dem Sinne übergewichtig. Hätte ich nun aber deutlich weniger Muskelmasse
und viel mehr KF, dann wäre ich wohl das, was man als dick bis fett bezeichnet. Aber all dies vermag mir der BMI nicht zu sagen.
Vergesst den BMI!
14. Sport während und nach der Diät
Wie schon erwähnt, ist Sport sehr gut geeignet um seine Leistungsumsatz zu erhöhen und somit dem Ziel Abnehmen näher zu kommen.
Aber Sport an sich ist immer gut. Man sollte nicht, sobald man sein Diätziel erreicht hat, mit dem Sport aufhören. Sport hält jung und fit.
Die Haut wird gestrafft, der Kreislauf ist stabiler, es kann generell mehr geleistet werden, der nächste Umzug fällt leichter, weniger Krankheiten
und Haltungsschmerzen sind auch eine Nebenwirkung und es dauert vielleicht ein paar Jahre länger, bis man wegen Altersverschleiß aus dem 4. Stock
ins Erdgeschoß ziehen muss.
Dabei gilt aber, dass man sich nicht zuviel zumuten sollte. Professionelle Leistunksportler leben keinesfalls gesund. Profi-Fußballer z.B. sind mit spätestens
Mitte/Ende 30 ausgebrannt und „kaputt“.
Deshalb empfehle ich bei jeglichen Gesundheitsbedenken einen oder mehrere Ärzte aufzusuchen und Trainer um Rat zu fragen. Dabei ist bitte zu beachten:
Ärzte und sonstige Fachleute aus dem Bereich laufen mit vielen Irrtümern, Dogmen, etc. durch die Gegend. Vieles, was für 10-50 Jahren gelehrt wurde,
ist nach heutigem Kenntnisstand totaler Schwachsinn und wird trotzdem aus den verschiedensten Gründen als totalitäre Wahrheit verkauft. Auch ist
die Forschung nach heutigem Kenntnisstand ist längst nicht abgeschlossen. Eiserne Regel hier: Höre in Dich rein, höre, was Dein Körper Dir sagt!
15. Durchschnittlicher Umsatz bei verschiedenen Sportarten
Ich verlinke hier einmal zu einer Homepage, auf der zu sehen ist, bei welcher Sportart man wie viel verbraucht. Bitte nimm diese Angaben
nur als groben Richtwert, um zu sehen, mit welcher Sportart Du wahrscheinlich mehr als mit einer anderen verbrauchst.
Du wirst zu einer sehr sehr hohen Wahrscheinlichkeit diesen Wert nicht treffen.
Hier geht’s zum
Link
Kurz einmal erwähnt:
Es kommt nicht nur darauf an, was man nun beim aktiven Sport verbraucht!
Jemand, der regelmässig einer oder mehreren sportlichen Tätigkeiten nachgeht, der verbraucht auch in den Ruhephasen mehr.
Der Stoffwechsel steigt und zwar zu jeder Tageszeit. Somit haben wir zum einen den höheren Verbrauch beim Sport selber und einen
erhöhten Bedarf in den Ruhephasen.
16. Gezielt an Bauch, Beine, Po, etc. abnehmen
Die gezielte Reduzierung von KF an bestimmten Körperregionen ist leider immer noch nicht möglich. Deine Genetik entscheidet für Dich,
wo du wann wie viel abnimmst. Tut mir leid, dies sagen zu müssen, es ist aber leider so. Im Schnitt kann man sagen, dass Männer an
der Problemzone Bauch und Frauen an den Problemzonen Hüften und Po eher weniger
schnell abnehmen.
Dies ist keine allgemeingültige Regel. Wir sind zwar alle Menschen, unterscheiden uns (glücklicherweise) aber immens voneinander.