Viele Abnehmwillige versuchen auszurechnen, wieviel Gewicht man denn in welcher Zeit bei einem bestimmten Kaloriendefizit verlieren kann. Das haut in der Realität dann meist doch nicht so hin wie geplant und viele geben ihr Abnehmvorhaben deshalb dann recht schnell auf.
In einem
schlauen Buch hab ich jetzt was zu diesem Thema gelesen, was ich euch nicht vorenthalten wollte:
Liegt die Energiezufuhr mit der Nahrung unter dem täglichen Energiebedarf, so kann der Körper sein Energiedefizit aus Glykogen (= die Speicherform der Kohlenhydrate),
Eiweiß oder Fett decken.
Der Energiegehalt von Kohlenhydraten und
Eiweiß beträgt 4
Kcal/g, der von Fett 9
Kcal/g.
Das ist nix Neues und hier sicherlich auch allgemein bekannt. Allerdings binden Glykogen und
Eiweiß die 4-fache Menge an Wasser, während Fett nur die 0,5-fache Menge an Wasser bindet.
4
Kcal entsprechen dann also z.B. 1g Kohlenhydrate oder
Eiweiß + 4 g Wasser = 5g Körpergewicht.
Oder: 9
Kcal = 1 g Fett + 0,5 g Wasser (1,5 g Körpergewicht)
Wenn man die Körpergewichtsabnahme aufgrund des Kaloriendefizits berechnen wollte und den Wasseranteil mit berücksichtigt, dann müsste man von folgenden Werten ausgehen:
Kohlenhydrate/Eiweiß: 0,8
Kcal/g
Fett: 6
Kcal/g.
Je nachdem, ob der Körper jetzt nun Glykogen,
Eiweiß oder Fett verwendet, um seinen Energiebedarf zu decken, ergibt sich ein ganz unterschiedliches Gewichtsverhalten:
Bei einen Kaloriendefizit von 500
Kcal pro Tag käme es zu einem Gewichtsverlust von 625 g, wenn der Körper ausschließlich Kohlenhydrate oder
Eiweiß abbauen würde. Verbrennt der Körper dagegen ausschließlich Fett dann sinkt das Körpergewicht nur um 83 g pro Tag.
Genau dies geschieht nun auch bei einer
Diät: Vom ersten bis zum 8. Tag kann man bei einem Kaloriendefizit von 500
Kcal mit einer
Gewichtsreduktion von bis zu 600 g rechnen, wenn ab
ca. dem 10. Tag das Energiedefizit durch den Abbau von Körperfett gedeckt wird (die Glykogenspeicher sind ja inzwischen ziemlich leer!), dann verschwinden nur noch 80 g / Tag.
Und viele sind jetzt ganz enttäuscht, wenn nach den ersten Tagen das Gewicht nur noch zögerlich sinkt. Wenn man sich das aber recht überlegt, ist der verlangsamte Gewichtsverlust ja eher ein Zeichen des Erfolgs: Denn jetzt erst gehts ran an den Speck!
Eigentlich könnte es bei einem gleichbleibenden Kaloriendefizit ja auch zu einer Gewichtszunahme kommen: Der Körper hat am Anfang seine Kohlenhydrate verbraucht, vielleicht auch Muskulatur abgebaut. Dann merkt er auf einmal, dass er die Muskeln ja doch braucht (Krafttraining, jawoll!) und vielleicht auch ein paar Glykogenreserven ganz nützlich wären. Also geht er jetzt verstärkt an sein Fett und bastelt ein paar Muskeln bzw. Kohlenhydratvorräte dazu und schwupps, steigt das Gewicht.
Meiner Meinung nach verwendet der Körper zum Ausgleich eines Kaloriendefizites nie nur Kohlenhydrate/Eiweiß oder Fett sondern immer eine Mischung aus allen seinen Reserven, und deshalb werden die Gewichtsverluste wohl auch nur in Ausnahmefällen genau errechenbar sein. Außerdem weiß man ja auch nie genau, wie groß das Kaloriendefizit jetzt wirklich ist.
Und um das Ganze noch komplizierter zu machen, kann das Gewicht natürlich auch durch Wassereinlagerungen bedingt durch Hormonschwankungen (-->Mens!) oder salzhaltige Mahlzeiten und/oder durch den wechselnden Inhalt des Verdauungstraktes sehr stark schwanken.