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Fettabbau - Fettverbrennung - Diät

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  Energieumsatz versus Kaloriendefizit Beitrag #1  
Alt 30.10.2008, 11:44
Benutzerbild von bedee
bedee
Highlander
 
Registriert seit: 02.2006
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Energieumsatz versus Kaloriendefizit

Ich möchte hier für alle Abnehmwilligen das als bekannt vorausgesetzte Kaloriendefizit durch eine weitere, für den Abnehmerfolg wichtige Theorie ergänzen:
Energy Flux - Energieumsatz

Es ist nicht egal, ob man ein Kaloriendefizit durch weniger Essen oder durch mehr Sport erreicht. Mit einem hohen Energieumsatz (viel, viel Sport und viel Essen) kann man die Körperzusammensetzung (Fett/Magermasse) erfolgreich und auf Dauer verändern. Mit Runterhungern wird man zwar auch leichter, díes führt aber nicht zu einem niedrigeren KFA und ist meist auch nicht auf Dauer (-->Jojo)

Wann immer hier und anderswo jemand anfragt, wie er denn nun seine ungeliebten Speckröllchen loswerden könne, bekommt er die immer gleiche Antwort:
Du brauchst ein Kaloriendefizit.

Demnach ist das also eine ganz einfache Rechenaufgabe:
Mehr Energie verbrauchen als man zu sich nimmt. Mehr Sport und weniger Essen.

Und da gibt dann es diese Mädels (ja, es sind auch Jungs dabei, aber die Mädels sind mit diesem Verhalten deutlich in der Überzahl), die trainieren sich den @rsch ab, essen kaum noch was und bleiben doch so speckig als wie zuvor. Die kriegen hier dann immer den Rat: Du isst zuwenig.

Ja wie denn nun? Mehr essen, weniger essen ?? Noch mehr oder doch lieber weniger Sport???

Nun, ich glaube eigentlich, dass die Theorie vom Kaloriendefizit das Verhalten des menschlichen Körpers nicht so ganz voraussagen kann und dass hinter einer erfolgreichen KFA-Reduktion weit mehr steckt, als so eine einfache Rechenaufgabe.

Schon vor längerer Zeit bin ich bei Schuler/Cosgrove über die Theorie vom Energy Flux gestolpert. Habe lange Zeit nichts weiter darüber gelesen, aber in Amerika ist (siehe T-Nation und Berardi) dieser Ansatz wohl schon weiter verbreitet.

Energy Flux (auch Energy Turnover) würde ich jetzt als "Energieumsatz" übersetzen. Das bezeichnet das Verhältnis von Energiezufuhr zu Energieverbrauch. Die Menge an Energie, die jeden Tag durch den menschlichen Körper rauscht (aber nicht zu verwechseln mit dem Energieverbrauch, das ist nur ein Teil der Gleichung)

Und wie kann ich das Konzept jetzt noch verständlicher erklären? Stellt euch mal Folgendes bei ein und derselben Person vor:

Energieverbrauch: 1500 Kcal Energieaufnahme: 1000 Kcal
Energieverbrauch: 2500 Kcal Energieaufnahme: 2000 Kcal
Energieverbrauch: 3500 Kcal Energieaufnahme: 3000 Kcal

In jedem Szenario hat unsere imaginäre Testperson ein Defizit von 500 Kcal. Unser Crashdiätdummy müsste also abnehmen, und zwar theoretisch unter all den beschriebenen Umständen genau gleich viel, stimmts?
Stimmt nicht! Untersuchungen haben gezeigt (hier * nachzulesen), dass sich die Körperzusammensetzung hier trotz gleichem Defizit nicht in gleichem Maße ändert. Je geringer der Energieumsatz (--> 1500/1000 Kcal), desto höher bleibt der KFA. Die 1000 Kcal-Esser verlieren also nicht vor allem Fett sondern ihre wertvolle, stoffwechselaktive Muskelmasse.

Ist ein Kaloriendefizit zu groß, dann schaltet der Körper in den Energiesparmodus. Er versucht, zu sparen wo er nur kann (die ungebrauchte Muskelmasse fliegt raus, muss ja eh nur durchgefüttert werden) und der Körper versucht gleichzeitig die Fettreserven zu schonen (wer weiß, wie lange die mageren Zeiten noch anhalten)

Ab einem bestimmten Defizit startet das Notfallprogramm. Ich denke, dass man diesen Wert nicht an einer bestimmten Kalorienzahl festmachen kann, sondern dies eher ein prozentualer Anteil des Gesamtverbrauchs ist. Hier nochmal die Tabelle:

Energieverbrauch: 1500 Kcal Aufnahme: 1000 Kcal --> Defizit = 33,3 % des Kcal-Bedarfs
Energieverbrauch: 2500 Kcal Aufnahme: 2000 Kcal --> Defizit = 20 % des Kcal-Bedarfs
Energieverbrauch: 3500 Kcal Aufnahme: 3000 Kcal --> Defizit = 14,3 % des Kcal-Bedarfs
Energieverbrauch: 3500 Kcal Aufnahme: 1000 Kcal --> Defizit = 71,4% des Kcal-Bedarfs

Und wenn man sich mal die letzte Zeile anguckt, dann merkt man genau, was die Leute veranstalten, welche jeden Tag stundenlang trainieren und dazu kaum was essen. Ganz schlimm, hat denn irgendwer mit so nem Programm schon mal Erfolg gehabt?
Wer viel trainiert, muss auch mehr essen!

Kaloriendefizit und ein hoher Energieumsatz = erfolgreiche KFA-Reduktion!

Um Fett abzubauen braucht man ein Kaloriendefizit, keine Frage. Man sollte aber gleichzeitig darauf achten, dass der Energieumsatz hoch bleibt (==>Bewegung, Training, Sport!) sonst wird man lediglich eine kleinere Ausgabe von seinem bisher zu fetten Selbst.
Klar, das überflüssige Gewicht kann man sich auch runterhungern. Aber wer will denn schon aussehen wie der Knochenkarle?


BTW, auch beim Masseaufbau sollte der Energieumsatz berücksichtig werden. Da arbeitet man mit einem Kalorienüberschuss, aber nur zusammen mit einem hohen Energieumsatz werden die zusätzlichen Kalorien hauptsächlich als Magermasse angelegt (d.h. ohne entsprechend hartes Training wandert das Futter in die Fettspeicher. Aber das weiß von den Leuten in der Massephase hier ja hoffentlich jeder...)

to be continued.....
(--> wie setze ich diese Information nun in die Praxis um, Vorschläge von o.g. *- Website)

PS: Keine Ahnung, ob ich jetzt die "Botschaft" verständlich rübergebracht habe. Freue mich über Rückmeldungen, damit ich den Post noch verbessern kann.

Geändert von bedee (30.10.2008 um 13:05 Uhr)
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  Energieumsatz versus Kaloriendefizit Beitrag #2  
Alt 30.10.2008, 12:31
Gast20791
Gast
 
Beiträge: n/a
hhhmmmm...so ganz verstehe ich nicht, auf was du genau hinaus willst. Der Text ist auch irgendwie nicht so ganz einfach zu lesen bzw. ist es nicht so einfach dem roten Faden zu folgen.
Ich weiss, was du da schreibst und stimme mit dir auch überein, aber jemand der eher weniger Ahnung von der Materie hat, wird sich da etwas schwer tuhen.
Du willst doch vor allem auf die Mädels hinaus, die wenig essen, also wenig kcal zu sich nehmen, jeden 2. Abend so einen "FatBurnKurs" machen und somit "viel" kcal verbrauchen, aber viel zu wenig zu sich nehmen, oder?
Also sozusagen schlanke, aber fette Frauen - ja, davon gibts einige.
Die essen wenig und machen solche Kurse, anstatt mehr zu essen und ganz normales Gewichtetraining zu machen und somit Muskelmasse aufbauen, welche zu einem geschmeidigen Körper führt. 90% aller Frauen machen sowas aber nicht, weil sie verblendet sind von dem ganzen Diätschrott und weiteren Dingen die die "Sportwelt" nicht braucht, ausserdem haben Frauen ja Angst, so kloppig wie Männer zu werden, was unbegründet ist, da ihr Testosteronspiegel viel niedriger ist als der von Männern und Testosteron nunmal auch wichtig für die Muskelkraft und das Wachstum ist, hinzu kommt, dass man nicht über Nacht große Muskeln aufbaut nach dem Motto "Hoppla, irgendwie bin ich jetzt 10cm breiter, weil mein Delta gewachsen ist".

Geändert von Gast20791 (30.10.2008 um 12:33 Uhr)
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  Energieumsatz versus Kaloriendefizit Beitrag #3  
Alt 30.10.2008, 13:20
Gast12847
Gast
 
Beiträge: n/a
Sehr schöner Text! Sollte man vielleicht mal sticky machen.
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  Energieumsatz versus Kaloriendefizit Beitrag #4  
Alt 30.10.2008, 14:46
Benutzerbild von bedee
bedee
Highlander
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 2.163
Abgegebene Danke: 10
Erhielt 106 Danke für 27 Beiträge
Nach einer Umfrage trainiert die Mehrzahl der Befragten, die mit ihrem Körper zufrieden sind
- mehr als 5 Stunden die Woche
- zumindest die Hälfte ihrer Trainingszeit sehr intensiv

Das bedeutet, dass wohl die wenigsten Menschen mit einem 8-Minuten-Workout an jedem zweiten Tag ihren Traumkörper erreichen und dass 5 Stunden Crosstrainer oder Walken im Unterhaltungsmodus wohl auch nicht so der Bringer sind.


Wie findet man nun das für einen selbst und die eigenen Abnehmziele passende Nahrungsmenge und das Trainingspensum heraus? Denn eines ist sicher: Den einen optimalen Weg zum Fettverlust für alle gibt es nicht. Jeder muss sich sein eigenes erfolgreiches Ernährungs- und Fitnessprogramm erarbeiten.

Hier nun ein Vorschlag, wie man unter Berücksichtigung des Energieumsatzes zu einem funktionierenden Plan kommen könnte (dass die Ernährung nicht mehr zum großen Teil aus Fast Food und Alkohol besteht sei jetzt mal vorausgesetzt):

- Sicherstellen, dass die Ernährung genug Makro- und Mikronährstoffe enthält. Ca. 30 Kcal/kg Körpergewicht sind schon mal ein Anhaltspunkt, ansonsten gibt es im Netz mehrere Grund-/Gesamtumsatzrechner. Gemüse, Obst, Eiweißquellen (damit ist jetzt erst mal kein Pulver gemeint) und gesunde Fette sind ein Muss. Zucker- und Weißmehlmangel hat eigentlich so gut wie keiner.

- Das wöchentliche Sportpensum auf 5 Stunden steigern, wenn es nicht schon so hoch liegt. Ein Anfänger sollte natürlich nicht von jetzt auf nachher 5 Stunden Sport treiben, darauf muss man sich erst einmal hinarbeiten. Und wenn jetzt einer sagt: 5 Stunden, soviel Zeit hab ich nicht..... Demjenigen möchte ich empfehlen, mal seinen Fernsehkonsum und/oder die Zeit vorm Computer zu überprüfen. Da ist bei den meisten Leuten noch jede Menge Spielraum .

- Sollte sich in einer Woche (nach eigener Erfahrung würde ich eher 2 Wochen Spielraum lassen) nichts in Richtung Fettverlust * tun, dann soll die Nahrungszufuhr/Kcals um ca. 10 bis 15 % reduziert werden.

- Ist man wieder an einem Stillstand angekommen, wird das Sportpensum um 1,5 bis 2 Stunden erhöht.

- 10 - 15 % weniger Kalorien

- 1,5 bis 2 Stunden mehr Sport

Die Zahlen sind natürlich nur Vorschläge und lassen individuellen Spielraum zu. Die Progression sieht wie folgt aus: mehr Sport --> weniger Kcal --> mehr Sport --> weniger Kcal ......

Allerdings geht das auch nicht endlos so weiter: ist man bei 10 bis 12 Stunden Sport und einem Kalorienlevel von 20 bis 30 % unter dem Gesamtumsatz (nicht Grundumsatz!) angekommen und es erfolgt immer noch kein Fettabbau, dann (O-ton) "wiegt man entweder nur noch 100 Pfund, macht irgendetwas falsch oder sollte mal einen Doc auf Verdauungstrakt, Stoffwechel und Hormonstatus schauen lassen"


Und so könnte jetzt ein Trainingsplan vor allem für den Fettabbau nach den o.g. Vorgaben aussehen:

Tag 1, 1 Stunde:
Warmup, Ganzkörperzirkel (BWE, Kettlebell- oder Medizinballübungen)
Tag 2, 1 Stunde:
Warmup, Krafttraining Unterkörper
Tag 3, 1 Stunde:
Aktive Erholung (niedrige Intensität) 1 Stunde: Yoga, Pilates, Walken, locker Joggen, Fahrradfahren etc
Tag 4, 1 Stunde
Warmup, Ganzkörperzirkel mit BWE (siehe Tag 1)
Tag 5, 1 Stunde
Warmup, Krafttraining Oberkörper
Tag 6, 0,5-1 Stunde
Sprints oder HIIT
Tag 7, 1 Stunde:
Aktive Erholung (niedrige Intensität) 1 Stunde: Yoga, Pilates, Walken, locker Joggen, Fahrradfahren etc

Trainingspläne gibts hier im Forum zuhauf und sehr gut noch dazu. Ich wollte hier nur mal einen Beispielplan aus dem Orginalartikel reinstellen, um zu zeigen, dass der dort empfohlene Sportmix Krafttraining mit Gewichten, Training mit BWEs, lockereres Cardio zur Regeneration und Intervalltraining enthält.

Fettverlust * = ich habe hier mit Absicht Fettverlust geschrieben. Dieser muss sich nämlich nicht zwingend als Gewichtsverlust auf der Waage zeigen. Bei Zweifel am Erfolg eine KFA-Messung, das Maßband, das Spiegelbild oder ein früher mal passendes Kleidungsstück zu Rate ziehen. Bitte vor weiterer Kalorienreduktion bzw. Steigern des Sportpensums sicherstellen, dass die mangelnden Fortschritte nicht an einer gestörten Selbstwahrnmehmung liegen!
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  Energieumsatz versus Kaloriendefizit Beitrag #5  
Alt 30.10.2008, 14:57
Benutzerbild von ishina
ishina
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Der Thread 'klebt' jetzt oben fest. Energy Flux ist ein bewährtes Konzept, von den man nicht behaupten kann, dass es eine Modeerscheinung ist - ohne es zu wissen, wenden es viele Athleten schon immer an.

Ein krasses Beispiel dafür wäre der Körper des olympischen Schwimmers Michael Phelps, der den meisten sportinteressierten Menschen ein Begriff sein wird, als erfolgreichster Olympionike aller Zeiten.

Phelps trainiert extrem intensiv und verbraucht an einem Tag teilweise ein Vielfaches dessen, was ein normal trainierender Mensch verbrauchen würde. Er kann also so ziemlich alles essen, was er möchte, da er diesen Wert kaum noch erreichen kann - und baut auf diese Weise immer noch Fettmasse ab. Dieser Blog-Eintrag hat mich darauf aufmerksam gemacht - etwas reißerisch geschrieben, aber er bringt die Funktionsweise von Energy Flux auf den Punkt, ohne ihn zu erwähnen - trainiere viel, iss ausreichend und dein Körper wird sich großartig entwickeln.

Für mich selbst muss ich mir noch suchen, wie ich diesen Energy Flux für mich arbeiten lassen kann. Die Pläne von T-Nation sind absolut in Ordnung, aber es ist gar nicht so wenig Zeit, die dafür in Anspruch genommen wird - wobei: 7 Stunden wöchentlich sind eine Stunde täglich. Bei gutem Zeitmanagement wird gewaltig viel mehr als nur eine Stunde Aktivität täglich möglich!

Darüber nachzudenken ist für viele Menschen sicher hilfreich.

Liebe Grüße
ishina
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  Energieumsatz versus Kaloriendefizit Beitrag #6  
Alt 30.10.2008, 15:02
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weeed
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Ja. Bin auch dafür, daß mal einer daraus einen "Stickie" macht, denn das System funktioniert nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis. Mit der beschriebenen Methode ist es kein Problem, innerhalb weniger Monate 20 kg abzunehmen und zwar ohne, daß man sich groß über die Kalorienzählerei Sorgen machen muß. Einzig auf die Reduktion von KH muß man achten. Das ist alles.

Gruß
weeed, der mit dieser Methode gerade die 80 kg-Marke ansteuert.
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