Lange ist es her, seit ich das letzte mal in diesem Forum aktiv war.
Als ich im August 2008 mit dem Hypertrophietraining begann, hatte ich stets Angst, zuviel
zu trainieren, da man überall von Übertraining liest und dass man seinen Muskeln
genug Zeit zum regenerien geben muss.
Vor 3 Monaten bin ich aber auf eine interessante Seite gestoßen,
in dem ein Olympiclifts Coach (John Broz) darüber redet, dass Übertraining nicht existiert.
Er lässt seine "Schüler" 2 mal am Tag trainieren, an jedem Tag davon werden
Kniebeugen durchgeführt und es wird immer probiert, einen neuen Rekord aufzustellen.
Da ich unheimlich gerne trainiere und ich momentan sehr viel Freizeit habe,
habe ich beschlossen, das auch auszuprobieren.
Seit 3 Monaten trainiere ich hauptsächlich 3 Übungen:
- Deep Squats
- Clean & Jerk
- Snatches
Ich trainiere 7 mal die Woche:
Frühs:
Kniebeugen
Nachmittags: Clean & Jerk / Snatches (von Tag zu Tag am wechseln)
Meine Steigerungen in den letzten 3 Monaten:
Kniebeugen (sehr tief, sodass der Po fast den Boden berührt): von 117
Kilo auf 130
Kilo
Clean & Jerk: von 82
Kilo auf 92
Kilo
Clean ohne Jerk: 95,5
Kilo
Snatches: von 55
Kilo auf 62
Kilo
Laut dem Coach gewöhnt man sich an das hohe Volumen, durchläuft aber erst eine "Dunkle Phase".
Nach dem 1. Monat hatte ich jeden Tag Schmerzen in den Gliedern,
war tagsüber in tiefer Lethargie versunken und hatte kein Appetit. Meine Nächte waren furchtbar. Jeden Morgen war das Bett nass, ich musste ständig den Bettbezug wechseln.
Aber ich habe trotzdem die Ratschläge des Trainers befolgt und weiter trainiert. Nach ungefähr 20 Tagen, gingen die Symptome der Überbelastung weg, zwar sorgt das tägliche Training für dauerhafte Schmerzen, aber die Müdigkeit, die Appetitlosigkeit und die innere Unruhe verschwanden.
Jetzt habe ich eine Frage an euch:Wieso ist der Mythos vom Übertraining so verbreitet? Ist es nicht falsch, den Trainierenden von Anfang an Angst zu machen und einzureden, dass sie scheitern werden, falls sie zu viel trainieren?
Ich habe etwa 2 Jahre meines Lebens vergeudet, weil ich stets darauf achtete, genügend trainingsfreie Tage einzuhalten. Hätte ich von Anfang an eine andere Einstellung an den Tag gelegt, wäre ich durchaus weiter.
Wenn ich mir die anderen in meinem Fitnesstudio ansehe, vorallem die
Trainer, die den Neulingen von Anfang an auf Übertraining aufmerksam machen, dann läuft es mir echt eiskalt den Rücken hinunter.
Ich habe mich in diesen 3 Monaten optisch mehr verändert, als in den letzten 2 Jahren mit Hypertrophietraining.
Nichts desto trotz bin ich immeroch ein Anfänger und deshalb würde mich gerne interessieren, was die Trainierenden mit längerer Erfahrung von diesem Konzept von John Broz halten und warum ihr an Übertraining glaubt.
Ich bin gespannt auf eure Antworten.