Hallo zusammen,
achtung, jetzt wird es etwas länger (ich neige dazu längere Texte zu schreiben *lach).
Erstmal möchte ich mich vorstellen, damit ihr Euch ein kleines Bild machen könnt, wer Euch hier erwartet. Ich bin eine mittlerweile über 30jährige Mutter von 3 Kindern, der von jedem Kind ungefähr 5
Kilo Übergewicht geblieben sind. Zusätzlich habe ich vor
ca. 1 Jahr das Rauchen aufgegeben, was mir weitere 14
Kilo´s zuviel auf meinen Knochen beschert hat.
Naja, sportlich war ich noch nie und gegen einen gepflegten Sofatratsch hatte ich bisher auch nichts.
Vor einigen Jahren (so zwischen Kind 2 und Kind 3) habe ich mal angefangen zu laufen. Ein Fiasko, ohne jegliche Anleitung, wie es richtig gehen sollte. Einfach in die alten Adidas aus der Jugendzeit geschlüpft, Leggins an, los mit allem Tempo, das ich geben konnte. Hinterher war ich jedes Mal fertiger als vorher und wollte schon aufgeben (nach
ca. 1 Woche *zwinkers), bis mein Mann (ein Spargeltarzan vor dem Herrn und obwohl er keinerlei Sport treibt konditionell so manchem haushoch überlegen *kopfschüttel) meinte, er müsse mit mir gemeinsam laufen um mir Durchhaltemut zu machen.
Das Ergebnis war das genaue Gegenteil, ich bin NIE wieder gelaufen. Als ich nach 500m die ersten Atemprobleme bekam und eine Hautfarbe ähnlich eines gekochten Hummers hatte (weil ich ja meinte, ich müsse mein Tempo meinem werten Gatten anpassen) war mein Mann gerade mal angewärmt, atmete noch nicht annähernd wie ein asthmatoides Nilpferd und hatte eine Gesichtsfarbe, die man bei zarten Säuglingen als "gesund" bezeichnete. Irgendwie habe ich 20 Minuten durchgehalten, bin zu Hause auf´s Sofa gefallen, habe 4 Stunden geschlafen und hinterher war ich immernoch außer Puste (gut, DAS war jetzt etwas übertrieben *zwinkers).
Am nächsten Tag hatte ich irrsinnige Schmerzen im linken Knie und mein Orthopäde meinte ich hätte einen Kapselriss (wahrscheinlich bin ich wohl doch mehr umgeknickt als zu laufen *lach) und sehr überdehnte Bänder.
Also stellte ich die alten Adidas zum Sperrmüll und fröhnte weiterhin meiner Bewegungsunlust.
Naja, wenn man soviele Kinder hat, bleibt es dann aber nicht aus, daß man neben vielen Kilometern im Auto zu irgendwelchen Sportvereinen (der Kids) dann auch noch einige Haustiere bekommt. So kamen wir zu unserem ersten Hund und zu der Erkenntnis, daß das Versprechen der Kinder, sich um dessen Bewegung zu kümmern schon nach 3 Stunden vergessen ist (spätestens bei der ersten Pfütze im Zimmer war der ganze Hund nicht mehr halb so cool, wie vorher *ggg). Also muß Muttern ran. Unsere Hündin zeigte mir dann schon innerhalb weniger Tage, daß 30 Minuten pro Spaziergang noch nicht annähernd das sind, was sie braucht, so daß ich gegen Ende ihres Aufenthaltes bei uns täglich zwischen 2,5 und 3 Stunden mit ihr unterwegs war.
Deutlich verbessert hatte sich dadurch meine
Kondition, ich stellte fest, daß die Atemprobleme bei unserer oftmals steilen Hügellandschaft wesentlich geringer wurden, ich längere Strecken in höherem Tempo laufen konnte (auch wenn mein Gewicht sich kein bisschen reguliert hat dadurch). Ich fühlte mich insgesamt besser.
Nun - die Hündin ist nicht mehr bei uns und so hat auch mein Bewegungspensum von heute auf morgen wieder dem entsprochen, was ich vorher hatte. Erschreckenderweise ist auch mein Gewicht dementsprechend wieder um einige
Kilo´s erhöht, so daß ich mittlerweile doch mit einem
BMI von fast 30 zu kämpfen habe *schluchz.
Seit einigen Wochen aber hat ein kleiner Welpe unser Haus erobert. Anfänglich dürfen die Kleinen ja noch nicht so viel spazieren gehen, aber jetzt können wir anfangen an seiner
Kondition zu arbeiten. Was im Umkehrschluß bedeutet --- auch an meiner
Kondition kann endlich gearbeitet werden *freu.
(Merkt ihr was? Ich komme solangsam auf den Punkt *gg, *zwinkers)
Also, eigentlich habe ich ja jetzt ideale Startvoraussetzungen für das Laufen: ich wohne in Waldnähe, also kein harter Betonboden; ich habe einen konditionell genauso schlechten Mitläufer, der mich aber dafür auch nicht anfeuert, aber auch nicht überfordern wird; ich habe jeden Morgen genügend Zeit, solange ich nicht wieder hinterher so fertig bin, daß ich 4 Stunden schlafen muß; ich habe endlich wieder die Lust dazu gefunden, mich zu bewegen!
Daß ich langsam anfangen muß, das ist mir klar. Ist ja auch wegen dem kleinen Hundini an meiner Seite so. Allerdings hatte ich heute mal getestet, was die alte Pumpe noch so mitmacht *gg - und war ziemlich entsetzt. Ich kann eine Minute am Stück gut laufen (so daß mein Welpe gut mitkommt und ich nicht gleich unter ein Sauerstoffzelt muß), aber dann ist vorbei. Hinterher brauche ich gute 10 Minuten um mich an eine weitere Minute wagen zu können - puh, das kann doch eigentlich fast nicht sein, oder?
Wie gehe ich nun mit diesen Startvoraussetzungen am besten um, um meinen Körper nicht wieder so überzustrapazieren, daß ich Probleme und Schmerzen bekomme? Und so, daß ich nicht wieder nach einer Woche gefrustet aufhöre?
Was muß ich sonst noch wichtiges beachten, damit ich auch
Kondition und Muskeln aufbaue (Tempo, Intervalle, Ernährung usw??)?
Ach ja, falls der Tipp mit dem Walking kommt....
Ich habe mich für 2x einer Walkinggruppe angeschlossen und das hat mir eher überhaupt nicht gelegen. Lustig fand ich das Nordic Walking (das mit den Stöcken), das funktioniert aber nicht, wenn ich einen Hund neben mir laufen habe, der per Bauchleine mit mir verbunden ist (dem hau ich sonst die Stöcke auf den Kopf *lach).
Es ist nicht so, daß mir das Laufen keinen Spaß macht, im Gegenteil - joggen entspräche (wenn meine körperlichen Hindernisse momentan nicht wären) genau der Art von Bewegung, die mir sicherlich auch langfristig am meisten Spaß macht.
So, nun bin ich sehr, sehr dankbar um jeden Tipp, der es mir ermöglicht, endlich mal am Ball zu bleiben um dauerhaft an mir zu arbeiten...
ganz liebe Grüße und herzliches Danke an alle, die bis hierher durchgehalten haben,
das Hexerl