Mein Erfahrungsbericht:
habe dieses Gerät nun schon einige Jahre und möchte meine Erfahrungen damit anderen zukommen lassen.
Ich wiege 85kg und nutze den
Trainer ausschließlich in den Wintermonaten
ca. alle 2 Tage für 40 Minuten.
Die ersten Jahre verliefen ziemlich unaufgeregt. Alles hat funktioniert - keine Geräusche, kein geklappere. Einzig das Display war unterirdisch. Nicht beleuchtet, ich konnte kaum was darauf erkennen. Da ich elektronisch bewandert bin, habe ich den Computer zerlegt, das LCD entfernt und dahinter eine elektrisch betriebene Leuchtfolie installiert. Perfekt - so hätte es gleich sein sollen. Aufwand
ca. 15 Euro.
Vor etwa 2 Jahren war im Betrieb synchron zum Antrieb ein Schnapp-Geräusch zu hören. Die hinteren Verkleidungen links und rechts abmontiert und festgestellt, dass der Riemen sich in 2 Teile aufgespalten hat. Ich muss dazu sagen, dass ich die ersten Trainingskilometer oft rückwärts absolviert habe. Doch dafür ist das Gerät offensichtlich nicht gebaut: beim Rückwärtsbetrieb ist die freie Länge des Riemens offensichtlich zu groß und er rutscht von der Antriebswelle des Schwungrades herunter. An dieser Stelle wäre eine kleine Führung für den Riemen notwendig, damit dies nicht geschieht.
Vor nun 2 Monaten war im Betrieb synchron mit der hinteren Riemenscheibe ein lautes Knarzen zu hören. Also hinten die Haube runter. Der Riemen war es nicht. Also weiter gesucht. Mit Googles Hilfe einige Ratsuchende gefunden, die etwas von einem Achsbruch berichteten.
ACHTUNG: unbedingt das richtige Werkzeug benutzen!!!
Zuerst die Zentralschrauben entfernen. Mit einem
Tretkurbelabzieher aus dem Fahrradbereich geht das vorzüglich. Abzieher mit Feingewinde in die Riemenscheibe eindrehen und anschließend mit Sechskant- oder Ringschlüssel dessen innere Spindelschraube so weit eindrehen, daß sich die Riemenscheibe von der Achse löst. Auf der anderen Seite das gleiche.
Da sieht man schon den Fehler: auf der linken Seite der Welle ist der Bereich abgerissen, der in der Riemenscheibe steckte.
Nun läßt sich die Welle (11300055) mit einem größerern Schonhammer (Fäustel und ein Stück Hartholz tuen es auch) von links nach rechts austreiben. Anschließen das Lager von der Welle treiben.
Eine neue Welle gibt es bei Kettler. Evtl. geht auch eine aus dem Fahrradzubehör, habe ich aber nicht versucht. Das Ding kostet bei Kettler so etwa 12Euro plus Versand (über die Webseite von Kettler unter Service/Ersatzteile, dauert etwa eine Woche). Eine Anfrage bei Kettler zur Ursache wurde nicht beantwortet. Das Anzugsmoment der Zentralschraube wurde mit 35-40Nm angegeben.
Also das rechte Lager wieder auf die Welle getrieben und die Welle von rechts nach links in die Tretlagerhülse eingetrieben. Riemenscheiben montiert und mit vorgeschriebenen Anzugsmoment angezogen, Verkleidung montiert, Tretarme montiert und fertig.
Vor 2 Wochen dann der nächste Ausfall: wieder Geräusche im Betrieb. Ein dickes, heftiges Knacken, wenn die linke Riemenscheibe sich mit ihrem Antriebsbolzen auf etwa "5 Uhr" befindet. Nach längerer Suche die Ursache gefunden: an der linken Riemenscheibe wird der Pedalarm mit einem Bolzen aufgenommen. Dieser wird mit einem LINKSGEWINDE in der Riemenscheibe verschraubt. Die dort eingeschweißte Buchse zeigt Risse in der Schweißnaht.
Also Riemenscheibe wieder runter und ab in die Garage. Bolzen ausgeschraubt. Den Lack um die Gewindebuchse mit Flex und Fächerscheibe entfernt. Anschließend die innen liegende Naht WIG-nachgeschweißt und dazu noch Verstärkungsnähte gelegt. Außen einfach nachgeschweißt und eine Extranaht ringsrum gelegt.
Anschließend ordentlich den Zunder entfernt und mit Lack und Klarlack chic gemacht. Alles wieder montiert und läuft.
Zusammenfassung: über Alles gesehen, ist die Qualität brauchbar. Nicht hinnehmbar ist der Achsbruch.
Das kann auch ganz gefährlich werden und zu Verletzungen führen!
Warum Kettler (besonders hinsichtlich Produkthaftung) da solch ein schwaches Standard-
Fahrrad-Bauteil einsetzt, ist für mich unverständlich. Zumal die Belastung deutlich größer ist, da mindestens immer das halbe Körpergewicht darauf liegt + dynamische Belastung. Und das Ding wurde jahrelang in allemöglichen Produkte eingebaut.
Auch der Schweißnahtbruch an der Riemenscheibe ist katastrophal. Wie oben - Produkthaftung!!
WICHTIGER HINWEIS!! Kettler hat sich ja sehr zugeköpft gegeben. Ich könnte mir jedoch vorstellen, das neben der zu schwachen Auslegung der Bauteile folgendes Einfluss haben kann:
die vier Schrauben, die das Vorderrohr mit dem Bodenteil verbinden (hinter der Kunststoffabdeckung Bodenverkleidung), lösen sich mit der Zeit.
UNBEDINGT PRÜFEN und nachziehen!!
Ich habe sie jetzt mit flüssiger Schraubensicherung (Loctite) wieder eingesetzt. Mal sehen, ob sie jetzt länger fest bleiben.
Es könnte sein, das bei zu viel Spiel im Vorderrohr die sich daraus ergebene Links-Rechts-Bewegung Einfluß auf die Schädigung haben könnte.