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Sportnahrung

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  Sammelthread: Buchreviews und interessante Artikel Beitrag #1  
Alt 27.03.2011, 14:18
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esteel
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Sammelthread: Buchreviews und interessante Artikel

Nachdem ich in meinem Tagebuch bisher zwei Bücher sehr ausführlich vorgestellt habe kam von DanHan die Idee hierfür einen Sticky zu machen um mehr Leute in den Genuss solcher Informationen und auch andere zum Mitmachen zu bringen..

Daher der Aufruf: Berichtet mal ein wenig ausführlicher über gute oder schlechte Bücher die ihr gelesen habt! Muß nicht Seitenlang sein wie bei mir . Aber nur den Titel und Verfasser nennen wäre auch etwas wenig

Wäre wunderbar wenn ihr hier NUR schreibt um Bücher oder andere Artikel vorzustellen um den Thread möglichst sauber zu halten! Macht zu Diskussionen bitte einen andere Thread auf.

Lebensmittel - Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn von Michael Pollan (Deutsch)

Mein fünftes hier vorgestelltes Buch bewegt sich ziemlich abseits der vorangegangen Themen, es geht um die Ernährung und eben 'Lebensmittel'. Außerdem ist es das erste Buch das ich nicht im Orginal gelesen habe, sondern eine Übersetzung! Orginal Titel: In defense of food. An Eater's Manifesto.

Die Einleitung fängt eigentlich schon mit dem Schluß an: Essen sie Lebensmittel, nicht zu viel und vorwiegend Pflanzen. Die Restlichen 220 (+ 30 Seiten Quellenangeben!) dienen dazu diese einfache Empfehlung zu begründen, zu untermauern und ausführlicher darzulegen.
Weiter werden die 3 Hauptkapitel kurz angerissen so daß der Leser erfährt was ihn erwarten wird.

- Das Zeitalter des Nutritionismus
Im ersten Drittel des Buches wird die 'im Westen' vorherschende Reduktionswissenschaft und die 'erfolgreiche' Arbeit der Lobbyisten in Amerika (also evtl nur bedingt 'auf uns' übertragungsfähig) aufgezeigt. Der weite Weg von den Nahrungsmitteln unser Ur(ur...ur)großeltern über Justus von Liebig der Anfing die Grundbauelemente der Nahrung zu identifizieren (und dabei z.b. die Bouillon entwickelte und leider auch Vitamine übersah so daß Babys die mit Milchersatz großgezogen wurden sich nicht so prächtig entwickelten) bis zu aktuellen Entwicklungen in der Ernährungswissenschaft. Reduktionswissenschaft daher weil diese eben versucht alles 'auf die einen guten/bösen Stoffe zu reduzieren' und bei neuen Erkenntnissen 'sofort' Anpassungen in den weiterverarbeiteten Nahrungsmittel folgen. Da werden Brotsorten nachträglich mit Vitaminen 'geimpft', aus der Margarine verschwinden die erst heilversprechenden Transfette um durch Omega-6 oder neuerdings durch Omega-3 Fettsäuren ersetzt zu werden.
Einige extreme Anwender dieser 'es kommt nur auf die Proteine/Kohlenhydrate/Fette an' Theorien werden vorgestellt. Eigentlich wollte ich gar nicht wissen daß John Havey Kellog dem T. Roosevelt Joghurteinläufe und Proteinenthalt verordnet hatte
Ebenso wird Kritik an einigen bedeutenten Studien, z.b. der 'Nurses Health Study' angebracht, so hätten sich z.b. im Laufe der Jahre die Kontrollgruppen für 'fettarm und fettreich' durch allgemeine Veränderungen der Essensgewohnheiten soweit aneinander angepasst daß die Aussage Kraft der Studie wohl nahe Null kommt.

- Westliche Ernährung und Zivilisationskrankheiten
Meiner Meinung nach etwas überraschend folgt, nach der vorherigen Kritik, eine zum großteil wissenschaftlich basierte Auseinandersetzung mit den bekannten Folgen der 'Westlichen Ernährung'. So wird eine Studie vorgestellt in der 10 'westlich lebende' Aboriginies wieder ausgewildert wurden und sich ihre gesundheitlichen Probleme innerhalb von nur 3 Monaten wesentlich besserten.
Großflächig wird die gesamte weiterverarbeitente Nahrungsmittelindustrie untersucht, die Folgen der hohen Energiedichte 'moderner' Erzeugnisse, deren geringen Spurenelemente, die immer weiter abnehmenden Balaststoffanteile, die Umdrehung von Verhältnissen von Omega-3 zu -6 Fettsäuren und deren bisher untersuchten Auswirkungen.
Die engen Maschen im ewigen Verbund aus Lebensmitteln und des Menschen wird aufgezeigt. So sind Früchte dann am süßesten wenn die Kerne reif sind.. "Verbreite meine Samen dann ernähre ich dich..". Menschen die frühzeitig Viehanbau betrieben entwickelten Enzyme um Milch auch als Erwachsene verdauen zu können.
Die folgende schleichende Vereinfachung unseres Essensplanes und das aufreissen dieser Maschen dank der Industrialisierung. Immer weiter überwiegen Mais (Maissirup) und extrem verarbeiteter Soja, polierter Reis und blütenreines raffiniertes Mehl und Zucker. Und der immer geringer werdenden Zeit die wir mit der Ernährung verbringen, Fastfood 'seit Dank'.

- Den Nutritionismus überwinden
Im letzten Kapitel werden mehrere 'Regeln' angeführt und ausführlich erklärt die dazu dienen sollen eben den ganzen vorher angebrachten negativen Entwicklungen zu entkommen.
Angefangen mit 'Was sind Lebensmittel' (z.b. 'Iss nur was deine Großmutter erkannte hätte', 'Iss nichts was du nicht kennst, mehr als 5 Zutaten hat, Zutaten die unaussprechlich sind', 'Iss nichts das behauptet gesund zu sein'). So ist selbst in einfachem Joghurt oft mehr drinnen als Milch und Bakterien, das wäre nichts für meine Oma gewesen. Kartoffeln werden nie behaupten gesund zu sein obwohl sie es wohl mehr sind als 'angeblich gesunde Chips'..
Es wird empfohlen der Nahrungskette wieder mehr Bedeutung zuzugestehen, 'Iss Sachen die auf gesunden Böden wachsen'.. also kehre wenn möglich dem Supermarkt den Rücken und geh zum lokalen Bauern.
'Zahlen sie mehr aber essen sie weniger', ein Argument mehr auf Qualität als Quantität zu achten und im folgenden auch mehr auf die sozialen Aspekte zu achten, nie alleine zu essen, man schämt sich ehr vor anderer Augen viel zu essen und mit Freunden ist der Genuß höher.
Im Buch selbst sind es wesentlich mehr dieser Regeln, keine Angst

- Dank und Quellenangaben
Fast 30 Seiten sollten dem geneigten Leser mehr als genug Möglichkeiten für weitere (wissenschaftliche) Studien und interessante Lektüre bieten.

Fazit:
Das zweite Kapitel mag ein wenig wie ein Widerspruch in sich wirken, aber ganz ohne wissenschaftliche Argumente für die Ideen des Buches geht es wohl nicht.. auch wenn das Buch allgemein nicht viel gutes an der (Reduktions-)Wissenschaft lässt. Der Rest ist sauber dargelegt und gut erklärt. Auch wenn es wohl einige erwarten gibt es keine Anleitung für gesundes Essen, die 'Regeln' die das Buch vorschläg lassen unglaublichen Freiraum und fordern diesen teilweise auch. Gemüse und Obst der Saison ist unglaublich abwechslungsreich. Nach dem Lesen des Buches möchte man gleich auf den nächsten Bauernhof stürmen. Bei nur 8€ sollte jemand der sich mit dem Thema anfreunden kann auf jedenfall zuschlagen!

Geändert von esteel (04.07.2011 um 13:38 Uhr)
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  Sammelthread: Buchreviews und interessante Artikel Beitrag #2  
Alt 21.07.2011, 21:27
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64 Grundregeln Essen von Michael Pollan (Deutsch)

Wieder nicht im Orginal gelesen! Orginal Titel: Food rules.

Nachdem mir das andere Buch von Pollan (Lebensmittel, siehe oben) persönlich recht gut gefallen hat aber es in der Bekanntschaft, aufgrund der langen Vorspiels der ersten beiden Kapitel und des relativ kurzen Abschnittes über 'Was soll ich essen', nicht so gut ankam war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Mich hat also ehr die Hoffnung auf etwas 'Vorzeigbareres' zu diesem Buch getrieben.

Abgesehen von einem kurzen Vorwort gibt es wieder drei Kapitel:
  • Was soll ich essen?
  • Welche Art von Lebensmitteln soll ich essen?
  • Wie soll ich essen?

In 'Was soll ich essen?' ist das Anliegen die hochverarbeiteten Nahrungsmittel (der Autor sieht hier eine herrliche Abgrenzung zu den 'Lebensmitteln') möglichst zu umgehen und daher zielen fast alle der Regeln in diesem Abschnitt darauf ab solche Nahrungsmittel zu erkennen.
Das altbekannte 'isst nichts was deine Großmutter nicht als Lebensmittel erkannt hätte', 'meide Nahrungsprodukte die behaupten gesund zu sein', interessantes wie 'Kaufe am Rand des Supermarktes' da laut Autor 'in der Mitte' die ganzen hochverarbeiteten Produkte sind. Stimmt zumindest auch soweit daß z.b. die Kühlregale immer am Rande stehen. Daher passt auch 'Iss nichts was nicht verderben kann'. Natürlich kann ich hier nur ein paar der Regeln erwähnen

Da die ersten Regeln (hoch)verarbeitete Produkte so gut wie ausschließen geht es im Kapitel 'Welche Art von Lebensmitteln soll ich essen?' um die Bevorzugung von Pflanzen. Fleisch wird nicht verboten aber deutlich hinten angestellt. Regeln wie 'Es ist besser etwas zu essen was auf einem Bein steht (Pilze, Pflanzen) als auf zwei (Hühner) als auf vier (Schweine, Kühe..)' oder 'Essen sie bunt' oder auch 'Übersehen sie nicht die fettreichen kleinen Fische' machen das auch schnell deutlich. Viele jüngere Esser werden sicher 'Essen sie kein Müsli das die Farbe der Milch ändert' nicht mögen

Zum Schluß gibt es Regeln zu 'Wie soll ich essen?', diese sollen uns helfen Maßvoll zu essen. Wieder gibt es alte Bekannte aus dem letzten Buch wie 'Zahlen sie mehr, essen sie weniger' um möglichst qualitatives Essen zu bekommen aber es nicht zu übertreiben mit dem vollfressen. Es gibt auch hier Neues wie 'Essen sie langsam'. Wieder wird der soziale Vorteil von Essen in 'Essen sie nicht alleine' hervor gehoben. Jeder der regelmässig mit Kollegen in einer Kantine speist wird bezeugen können daß man hier oft mehr als in jeder Besprechung auf dem Laufenden gehalten wird, und das nicht nur beruflich.

Fazit:
Für mich gab es leider bis auf ein paar Regeln nichts neues in dem Buch. Jede der Regeln nimmt für gewöhnlich zwei Seiten ein, links eine Skizzierung eines 'Lebensmittels' und rechts die Regel mit einer Erläuterung. Nur einige Regeln müssen über zwei oder mehr Seiten erklärt werden. Insgesamt gibt es 160 Seiten und die letzte Regel lautet 'Brechen sie ab und zu die Regeln' .
Wer ein Nachschlagewerk der 'Pollan-Regeln' sucht ist gut bedient, in diesem Buch geht es nur darum, es sind ein paar mehr Regeln und die Aufmachung ist hübsch geworden. Wer gerne etwas mehr liest ist dem vorherigen Buch 'Lebensmittel' besser bedient, vor allem da es nur ein oder zwei Euro teurer ist.

Geändert von esteel (22.07.2011 um 09:54 Uhr) Grund: Tippfehler
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  Sammelthread: Buchreviews und interessante Artikel Beitrag #3  
Alt 17.08.2011, 15:53
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The Warrior Diet: Switch on Your Biological Powerhouse For High Energy, Explosive Strength, and a Leaner, Harder Body von Ori Hofmekler (Englisch)
ISBN-10: 1583942009

Mal wieder ein Buch zur Ernährung, hier stellt der 'Erfinder' seine Warrior Diet (im Englischen bezeichnet das ehr Ernährung, bitte nicht mit der landläufigen 'Diät' im Sinne von kurzzeitiger Essenskastei verwechseln) vor und erklärt medizinische Hintergründe, wie er auf die Idee dazu kam, daß er selbst seine Warrior Diet ehr als Lebensweise sieht und bringt abschließend sogar ein Workout und ein paar Rezepte an den Leser.

Ori selbst ist durchaus ein bunter Vogel, angefangen von seiner Militärzeit, seine Interessen bezüglich Survival oder seinen Abschluss für Humanmedizin in Jerusalem. Hier ist also jemand am Werk der durchaus weiss wie der menschliche Körper funktioniert und wie man Studien bewerten kann.

Hier muß ich aber leider auch gleich ein wenig negativ werden, mit Fußnoten hat Ori es nicht so, es gibt lediglich ein Kapitel References in dem er sämtliche Studien und Bücher erwähnt auf die er sich bezieht. Man muß sich also in Anlehnung an den Buchtitel durchkämpfen und selbst rausfinden welche der Studien evtl zu welchen Aussagen geführt haben. Oder man nimmt seine Aussagen einfach so hin.

Das Buch bietet neben dem Vorwort 15 Kapitel:
  • Chapter 1: The Warrior Instinct
Hier wird erläutert was der Autor unter Instinkten versteht und welche er für die Grundlegensten hält, unter ihnen der Kriegerinstinkt und daß 'der moderne Mensch' mit seinen vielen Regeln diese Instinkte teils verlernt und übertönt hat. Ori zieht dabei auch die Parallele zu Raubtieren und Assfressern, während Raubtiere ständig bereit sind ihr Leben und das ihrer Familie zu verteidigen und sich ihr Essen (wenn sie Hunger haben!) jagen und dabei die besten Stücke rauspicken, sind Assfresser diejenigen die nur das minderwertige übriggebliebene Essen. In die aktuelle Zeit übertragen sieht der Autor hier auch Leute die jagen (einkaufen) und selbst kochen jenen gegenüber die nicht wissen was im Essen sind weil sich nur kochen lassen oder sogar auf minderwertiges Fastfood ausweichen.
  • Chapter 2: The Warrior Cycle
Im zweiten Kaptitel wird das grundsätzliche Vorgehen bei der Warrior Diet erläutert:
Der Tag wird aufgeteilt in eine 20h Undereating und eine 4h Overeating Phase wobei letztere möglichst nach dem Training stattfinden sollte bzw allgemein spät am Abends beginnt. Es werden auch wieder Paralellen zu den Jägern und Kriegern gezogen (Ori bezieht sich hier ehr auf die Römer, Griechen und Spartaner als auf Prehistorische Jäger) welche Tagsüber kämpfen bzw unterwegs sein mußten, dabei vielleicht kleine Snacks hatte und erst Abends im Schutz ihrers Lagers ein großes Mahl genießen konnten. Erwähnt wird auch daß viele Leute sich frischer und konzentrierter fühlen wenn sie Tagsüber nichts 'schweres' essen, das berühmte Mittagstief lässt grüßen.
Grundsätzlich wird auch auf die Wirkung von Sympathikus und Parasympathikus eingegangen, welche sich als Antagonisten gegenüberstehen. Der Sympathikus ist ehr für die Leistungssteigerung (Angriff oder Flucht Verhalten, Stressresistenz) zuständig und regelt Herztätigkeit, Blutdruck und Glykose. Der Parasympathikus steuert die Entspannung, die Verdauung und bewirkt z.b. eine Verlangsamung des Herzschlages. Da sich beide jeweils gegenseitig herunterregeln und der Parasympathikus durch Verdaung angeregt wird erklärt das auch das Mittagstief.
  • Chapter 3: The Undereating Phase
Hier wird intensiv auf die Vorgänge im Körper während der Undereating Phase eingegangen. Neben Aktivierung des Sympathikus ein erhöhrtes Verstoffwechseln von Körperfett, Biotransformation also 'Entgiftungs'vorgängen im Körper, Aufladen des Enzympools, allgemein Energiegewinnung aus der Overeating Phase vorher. Hier werden wieder Anspielungen an die Instinkte und auch Religöse Reinigungen gemacht, viele Gläube versuchen mit Fasten ihren Körper und Geist zu reinigen und es wird aufgezeigt daß das in Grenzen wirklich so ist.
  • Chapter 4: What to consume during the Undereating Phase
Nur weil die Phase Undereating heisst bedeutet das noch lange nicht daß nichts zu sich genommen wird. 'Natürlich' wird viel Wasser empfohlen, aber auch Tee, Kaffee und frische Säfte. Der Autor legt allgemein viel Wert auf 'raw and living' beim Essen. Also möglichst unverarbeitet, reich an Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen. An essbarem bietet sich alles an das 'leicht' verdaulich ist und möglichst den Parasympathikus nicht großartig durch zu viele Kohlehyrate anregt. Eier, Joghurt und Obst, Gemüse, in engen Grenzen Nüsse u.ä. Es werden auch ein paar Supplemente und Pflanzen(extrakte) angesprochen.
  • Chapter 5: The Overeating Phase
Wie vorher für die Undereating Phase wird auf die biologischen Vorgängen während der Overeating Phase eingegangen. Durch das vorhergehende 'kontrollierte Fasten' ist der Körper gierig nach Nährstoffen, laut Studien kann der Körper teils 200% mehr Protein verstoffwechseln wenn vor der Einnahme gefastet wurde. Wenn kurz vorher noch ein Training stattfand wird die Fettverbrennung auf Hochtouren laufen.
  • Chapter 6: The Main Meal: Food Preparations for the Overeating Phase
Ori gibt dem Anwender seiner Diet viel Freiheit in dem er die Vorzüge der Instinkte betont und prinzipiell ist erlaubt was 'der Körper braucht und was als richtig empfunden wird'. Da das evtl auch nicht auf Anhieb funktioniert (viele Instinkte sind laut Autor abgestumpft) gibt es eine Reihe an Empfehlungen. Z.b. Mit einem 'möglichst bunten' Salat anzufangen, danach Protein- und Fettreiches, bei Bedarf süßes hinterher. Möglichst nicht während dem Essen trinken da der Körper Hunger und Durst wohl schlecht unterscheiden kann. Bei Anzeichen von Sätte aufhören und lieber bei Bedarf später noch mehr essen als sich überfressen.
Das selbst zubereiten von (möglichst frischen) Zutaten sieht Ori auch als Befriedigung des Kriegerinstinktes in Annäherung an das Jagen.
  • Chapter 7: Stubborn Fat
Ein ganzes Kapitel über 'Hartnäckiges Fett'.. Ori unterschiedet Fett nach seiner Stoffwechselbeteiligung und hierbei ist das 'hartnäckige Fett' schwer zu beseitigen weil es eben kaum am Stoffwechsel teil hat und entsteht laut Aussagen teils durch Crashdiäten und hier fängt auch Aburteilung des Östrogen an. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt was Abhilft zu schaffen, allgemein natürlich eine Stoffwechselerhöhung (z.b. auch durch das plötzliche Zuführen von Essen nach der Undereating Phase) und mehrere Anti-Östrogen Supps bzw Pflanzen und Co.

Teil 2: http://www.workout.de/698215-post4.html

Geändert von esteel (18.08.2011 um 08:59 Uhr)
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  Sammelthread: Buchreviews und interessante Artikel Beitrag #4  
Alt 17.08.2011, 15:53
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Teil 1: http://www.workout.de/698214-post3.html
  • Chapter 8: The Warrior Diet vs. Other Diets

Die Warrior Diet wird mit vielen anderen gängigen Diäten bzw Diätengruppen verglichen und prinzipiell hat Ori natürlich an jeder etwas auszusetzen und sieht jede im Nachteil der Warrior Diet gegenüber. Wer hätte das erwartet . Einige Kritikpunkte sind z.b. Durchführbarkeit und Durchhaltbarkeit. Je strenger eine Diät ist um so ehr gibt es hier natürlich Probleme, die die WD mit Hinweiss auf die Instinkte umgeht. Mögliche Fehlernährungen durch schlechte Nährstoffverteilungen oder schlicht Kasteiung durch Verzicht (mit der WD wird man sich in der Overeating Phase wirklich satt und glücklich essen) machen solche Diäten schwer durchzuhalten.

  • Chapter 9: Lessons from History

Hier wird sehr detailiert auf das Leben der Römer, Griechen und Spartaner (Sogar Leonidas und seine 300 werden erwähnt) eingegangen und deren Ernährungsweise und allgemeine Beschäftigungen untersucht. Nicht sehr überraschend sollen deren Krieger sehr sehr ähnlich der WD gelebt haben. Besonders hier frage ich mich wie wahrheitsgetreu diese Aufarbeitung ist.. nicht nur auf Ori sondern auch auf seine Quellen bezogen.

  • Chapter 10: The Warrior Diet Idea

In diesem Kapitel wird nochmals genauer auf Auswirkungen der Over/Undereating Phase eingegangen und im Zusammenhang betrachtet. Also z.b. die Erhöhung der Insulinsensitivität oder das 'Glygocen Stretching'.

  • Chapter 11: Questions & Answers

Anscheinend eine Neuerung gegenüber früherer Veröffentlichungen des Buches, einfaches Frage-Antwort-Spiel und teils auf mögliche Missverständnisse und allgemeine Fragen ein.

  • Chapter 12: Sex Drive, Potency, and Animal Magnetism

Wieder ein Kapitel über Hormone und Instinkte. Ori erklärt sich den 'romantischen Instinkt' so daß es hierfür nötig ist Regeln zu verletzen um die Ehre oder sein Wesen bzw Einstellung zu bewahren. So hält er z.b. Romeo und Julia deswegen für romantisch weil sie gegen die Regeln ihrer Familien verstoßen, während Flitterwochen teils nicht wirklich romantisch sind aber der Tradition wegen gemacht werden. Langsam wird dann zum sexual Instinkt (Vermehrung) übergeführt und beides vermengt und mit Hormonen unterfüttert. Letztlich soll die WD bzw die Rückbesinnung auf Instinkte auch helfen den sexual Instinkt zu wecken und die 'passende' Ernährung via hormonalen Auswirkungen auch körperlich helfen bessere 'Performance' zu erzielen

  • Chapter 13: Women on the Warrior Diet

Generell war das Buch bis hierher recht testosterontriefend aber Ori möchte klarstellen daß 'seine' Ernährungsweise nicht nur für Männer geeignet ist. Er versucht hier mit möglicher Skepsis von Frauen der WD gegenüber aufzuräumen und geht auch darauf ein wie die WD frauenspezifischen Wünschen gerecht werden kann.

  • Chapter 14: The Warrior Workout: Controlled-Fatigue Training

Ein anscheinende von Hofmekler selbst erstelltes Workout. Er legt viel Wert auf einen 'funktionellen' Körper und in Anlehung an den Namen des Buches gibt es auch viele Übungen die 'Angriff oder Flucht' nachahmen um die Kriegerinstinkte zu befriedigen und möglichst 'natürliche' Belastungen nachzuahmen. Muskelversagen wird nicht angestrebt, generell aber eine 'kontrollierte Ermüdung' und eine Mischung aus Laufen, Kraftübungen und Bodyweightansätzen.

  • Chapter 15: Warrior Meals ands Recipes

Mehrere Rezepte, von Fleisch (In der Einleitung zum Kapitel erwähnt Ori daß er seit der Erstveröffentlichung Vegetarier geworden ist..), über Eier, Gemüse, Suppen zu Brot oder Nachspeisen. Leider recht knapp aber positiv daß es überhaupt Vorschläge gibt.

  • References

Einfach eine Auflistung aller Bücher und Studien auf die sich Ori in seinen Aussagen im Buch bezieht.

Fazit:
Ich ernähre mich jetzt fast zwei Wochen nach dieser Diet, nicht weil ich abnehmen will sondern einfach um Erfahrungen zu sammeln und konnte mich eigentlich von Anfang an damit anfreunden. Allerdings hab ich mich vorher schon eine Weile ala Intermittent Fasting ernährt, es war also keine besonders große Umstellung und ich komme bisher damit gut klar, habe keinen Hunger Tagsüber oder sonstige Probleme. Hat natürlich mit dem Buch wenig zu tun, kann aber zeigen daß es leicht machbar ist.

Das Buch selbst ist in sehr leichtem Englisch geschrieben dem man gut folgen kann und das zum weiterlesen einläd, die erwähnten Studien und Oris medizinischer Hintergrund scheinen solide und geben dem ganzen ein gutes Fundament. Stellenweise wirkt das Buch aber überromantisch und verklärt. Gerade bei dem historischen Kapitel frage ich mich in wie weit Historiker und Forscher (unter den Quellen ist auch der von mir sehr geschätzte Jared Diamond) das Leben und die Ernährung damals rekonstruieren können. Auch ist Ori sehr auf Östrogen eingeschoßen was ein wenig an die früher von anderen praktizierte Verteufelung von Fett o.ä. errinnert und einen negativen Beigeschmack auslösen kann. Insgesamt überwiegt für mich aber das Interessante an dem Konzept, die allgemeinen guten Begründungen und die Einfachheit des Ganzen. Weniger Mahlzeiten sind praktischer und hoffentlich weniger Zeitaufwendig, die Sache mit den Instinkten klingt logisch und bedeutet natürlich auch große Freiheit in der Diet, aber eben auch Verantwortung wenn man Ziele wie abnehmen hat. Alles in Allem ist das Buch für jeden der sich mit Intermittent Fasting beschäftigen will eine Empfehlung wert, vielleicht weckst du den Kriegerinstinkt in dir

Geändert von esteel (18.08.2011 um 09:02 Uhr)
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