Folgende Überlegungen sollen die tatsächliche Überlegenheit von Pranayama gegenüber der westlichen Schulmedizin und auch die Eignung des Pranayama als Heilmethode bei Asthma wissenschaftlich beweisen.
Erste These: Asthma und auch Bronchitis werden durch eine falsche Vorstellung von der Atmung verursacht.
Der
Arzt sieht die Funktion der Nase kategorisch beschränkt auf die „Erwärmung, Anfeuchtung und Filtrierung“ der Atemluft. Dies wird aber durch einfache Beobachtungen und Experimente widerlegt.
Eine deutliche Funktion der Nase ist aber die gelegentliche Herbeiführung eines Saugdrucks bei der Einatmung. Bei der Einatmung durch die Nase können, wenn man es will, die Wangen mehr oder weniger kräftig eingezogen werden. Die Zunge wird dabei locker gehalten und die Kinnlade etwas gesenkt. Man darf diese Art von Saugen mit Strohhalmtrinken nicht verwechseln, bei dem die Zunge aktiv pumpt und fördert.
Ebenfalls, wenn man den Mund tunlichst weit öffnet und die Zunge herausstreckt (Stellung beim Sich-Übergeben), so kann man gerade noch atmen, aber beim Kippen des Kopfes nach hinten stockt die Atmung.
Kippt man den Kopf wieder nach vorne, so kann man wieder atmen, weil das Gaumensegel in die Nähe der Zunge gerät und die Luftströmung behindert.
Wenn man aber in der Klapperstorchstellung (Kopf nach hinten) den Spalt zwischen Zunge und Oberlippe mit einem Finger etwas verschließt, dann tritt die merkwürdige Wirkung ein, daß man wieder atmen kann, und zwar so tief, wie die Luftströmung verengt wird. Diese Verengung wird in der Natur durch die Nase bewerkstelligt.
Die Grundannahme des Arztes – etwa, daß der Atemwiderstand im Atmungsapparat allgemein minimiert werden soll - ist dann widerlegt.
Ansonsten tragen umfangreiche medizinische Abhandlungen über die Atmung (siehe z. B. im Lehrbuch der Physiologie von Klinke u. a.) nichts zu diesem bei der Einatmung möglichen Saugphänomen bei.
Daß Saugatmung bei Asthma helfen kann, zeigt die Yogatechnik namens nadi sodhani (Wechselatmung) mit abwechselndem Verschließen eines Nasenlochs. So wird der Atemwiderstand in der Nase offensichtlich verdoppelt und mit etwas Übung einer asthmatischen Verengung der Atemwege durch den hohen Saugdruck entgegengewirkt. Auch Ujjayi hilft bei Asthma, weil eine Saugwirkung zustande kommt.
Zweite These. Die medizinische Forschung impliziert eine Pranayamabehandlung.
Neuerer Forschung zufolge (Dr. Gwen Skloot) fehlt beim Asthmatiker das normale Durchatmen. Dr. Skloot ließ Asthmatiker und gesunde Probanden einen Reizstoff im Standardprovokationstest einatmen. Letztere reagierten auch wie die Asthmatiker mit Verengung der Bronchien, falls sie nicht Durchatmen durften. Man schließt also auf ein mangelndes Durchatmen beim Asthmatiker. Naheliegend wäre deshalb das Wiedererlernen des Durchatmens mit z. B. der Wechselatmung als Atemtherapie. Bedauerlicherweise wird die Forschung von Skloot von der Schulmedizin als Aufforderung zur Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von einer vermuteten Schädigung des Lungengewebes gedeutet wird.
Ein großes Hindernis ist die Belehrung durch die Ärzte, daß nur Medikamente die Verengung besiegen können. Der Mensch aber spürt, daß Durchatmen
gesund ist und wird
m. E. ernsthaft verwirrt. Andererseits ist nach ärztlicher Meinung der dabei entstehende Saugdruck für die Lungenfunktion irrelevant.
Der
Arzt sieht, anders ausgedrückt, den Atemweg von der Nasenspitze bis in die Lunge hinein unter anderem als eine Kette von Widerständen an. Die Steigerung der Atemleistung durch Erhöhung eines Widerstandes in der Kette wäre für ihn wüster Unsinn.
Die Erfahrung mit Yogaübungen wie der Wechselatmung – wo ein Widerstandswert erhöht wird – beweist das Gegenteil. Es kommt nicht auf die Summe der Widerstände sondern auf deren Reihenfolge an.
Aufgrund dieser Überlegungen muß
m. E. der Pranayama wissenschaftlicher als die westliche „Pneumologie“ erscheinen, da diese von einem wichtigen Faktor bei der Atmung nichts wissen will. Deshalb ist sie als schlecht durchdachte Vereinfachung der Atmung gefährlich. Gruß, Richard Friedel