Siehe
http://www.scand-yoga.org/english/ar...ndu/bindu_13/b...
Hier in deutscher Übersetzung. ,,Atme durch die Nase! Die moderne Forschung bestätigt die Weisheit der Yogatradition
Von Eddie Weitzberg,
M. D. Ph.D., Karolinska Institutet
Das Stickoxid (NO) ist ein bisher als Umweltschadstoff eingestuftes Gas. Das Gas wird durch Verbrennung gebildet und ist in hohen Konzentrationen u. a. in Zigarettenrauch und Auspuff zu finden. Als die Erzeugung von NO im menschlichen Körper bekannt wurde, war dies deshalb eine ziemliche Sensation.
I998 wurde der Nobelpreis für Medizin drei amerikanischen Forschern wegen dieser Entdeckung verliehen. Ihnen gelang der Nachweis, daß NO bei der Regulierung des Tonus der Blutgefäße wichtig ist. Die kontinuierliche Erzeugung findet in den Wänden der Blutgefäße statt und durch dieses winzig kleine Molekül werden Blutgefäße geweitet, was das Fließen des Bluts fördert. Neuere Studien haben ebenfalls den Betrag des NO bei der Funktion des Nervensystems und bei der Tötung von Bakterien und Viren bewiesen.
Unsere Forschungsgruppe im Karolinska Institut Stockholm hat die Bedeutung von NO im Atmungsystem erforscht. Wir haben bewiesen, daß eine Menge NO normalerweise in den menschlichen Nebenhöhlen gebildet wird. Erwähnenswert ist, daß bei vielen Menschen die NO-Konzentration die behördlich festgelegt Sicherheitsgrenze für die Umwelt übersteigt. Die Nebenhöhlen stehen mit den Nasenlöchern über kleine Öffnungen in Verbindung, was eine relativ hohe Konzentration des NO in der Nasenluft bedeutet.
Was hat dies für eine Bewandtnis? Bei der Einatmung begleitet das NO die Luft in die Lunge, d. h. wenn man durch die Nase atmet. Da das NO ein Blutgefäßerweiterer ist, werden die Blutgefäße, die an die Lungenbläßchen (Alveolen) angrenzen, erweitert. Dies führt dazu, daß mehr durch die Bläßchen strömendes Blut Sauerstoff aufnehmen kann.
Beim Vergleich zwischen Nasen- und Mundatmung ließ sich ein Unterschied bei der Sauerstoffaufnahme durch das Blut nachweisen. Wie erwartet führte die Nasenatmung zu einem 10 bis 15%-igen Anstieg in der Sauerstoffaufnahme. Beim Kontrollvergleich ergab die Mundatmung mit NO aus einer Druckflasche eine ähnliche Wirkung, was die positive Rolle des NO in der Nasenluft bestätigt.
Wir überprüften ebenfalls die Bedeutung der Nasenluft bei künstlich beatmeten Patienten. Diese Patienten werden intubiert, d. h. bei ihnen führt ein Tubus direkt von der Luftpumpe in die Luftröhre. Dies bedeutet, daß ihrer Nasenluft der Atmung das NO vorenthalten wird. Wir schalteten ein einfaches Pumpsystem, das Luft aus einem der Nasenlöcher saugte, zu, wobei diese Luft als Zusatz der Beatmung zugeführt wurde. Diese relativ einfache Prozedur steigerte die Sauerstoffaufnahme beim Patienten um 10 bis 20%.
Diese Befunde stellen ein neues Prinzip dar, wo eine körpereigene Wirksubstanz (NO) in den Nebenhöhlen erzeugt wird und der eingeatmeten Luft zugesetzt wird, um eine Wirkung in einem anderen Körperteil, d. h. in der Lunge, zu entfalten. So wirkt NO als ein luftgetragener Mittler in den Atemwege des Menschen.
Bei anderen Tieren weisen nur die Affen und möglicherweise die Elefanten das NO in der Nase auf. Anderen Arten fehlt offenbar dieses System. Man könnte sich vorstellen, daß der Affe und der Mensch das System benötigen, weil sie nicht mehr auf allen Vieren gehen.
Eine allgemein bekannte Tatsache.
Daß die Nasenatmung vorteilhaft ist, wissen Viele, aber bisher fehlte eine wissenschaftliche Erklärung für die gute Wirkung. Es leuchtet zwar ein, daß beim Nasenatmen die Luft effektiver gereinigt wird, aber dies erklärt die positive Wirkung auf die Sauerstoffaufnahme nicht.
Im Kreissaal wird Schwangeren die Einatmung durch die Nase und die Ausatmung durch den Mund in den Wehen empfohlen. Es wird oft von Krankengymnasten konstatiert, daß Patienten mit Atmungsproblemen ebenfalls so atmen sollen. Gewisse Spitzensportler benutzen Erweiterungspflaster. Innerhalb des Yoga sind mehrere Techniken zur Nasenatmung bekannt.
Auch eine Bibelstelle läßt sich als Hinweis auf die Nasenatmung verstehen: ,,Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen."
Nadi Shodana bei Asthma
Ein Kollege des Autors studiert seit langem in unserem Institut in Stockholm. Von Kindesbeinen an litt er an Asthma. Beim ersten Teil von Nadi Shodhana, bei dem langsam durch abwechselnde Nasenlöcher geatmet wird aber ohne Atemanhalten, hat er große Schwierigkeiten.
Trotzdem machte er weiter und übte den zweiten Schritt, bei dem nach jedem Atemzug der Atem angehalten wird. Er lenkte die Luft in der Nase nach oben Richtung Nebenhöhle bzw. Richtung Stirnnebenhöhle. Danach konnte er die Übungen ohne Mühe ausführen, was sein Asthma sofort linderte. Jetzt braucht er fast keine Medikamente mehr.
Er betont die Bedeutung des Verschließens der Nase mit den Fingern und des Atemhaltens, so daß die Luft einen geringen nach oben gerichteten Druck in der Nase erzeugt. Dies steigert die Luftzufuhr in die Nebenhöhlen hinein, wo das Stickoxid entsteht. So nutzt man eine dreifache Wirkung des NO: Entspannen und Erweitern der Blutgefäße, eine Steigerung der Sauerstoffaufnahme in der Lunge und das Abtöten von Bakterien. Er hält diese Wirkung für einen Beitrag zu seiner Befreiung vom Asthmaleiden.
Reinigung der Nase.
Ist eine saubere Nase für die Absorption vom NO relevant? Vielleicht stellt dies die wahre Ursache dafür, daß das Sauberhalten der Nase (Neti) einen so wichtigen Teil des Yoga bildet. Es führt zu einer zufriedenstellenden Wirkung und motiviert zur regelmäßigen Nasenreinigung."
Anmerkung: bei Yoga sollte die Bauchatmung nicht forciert werden.
Für weitere Artikel zum Thema Stickoxid als Heilmittel empfehle ich eine Recherche mit den Suchwort ,,physiologic messenger". Gruß, Richard Friedel