ein paar kurze Gedanken:
1. Es geht nicht um die Dehnung
2. Es geht nicht um Kraft
3. Es gibt nichts zu erreichen und schon gar nicht zu beweisen, niemanden - auch nicht uns selbst
4. Wir arbeiten für unseren Körper, nicht gegen ihn
5. Weniger ist oft mehr und einfachere Übungen oft intensiver als komplizierte, wenn wir die einfachen mit Konzentration halten können

6. Bei Vorbeugen sich nie nie nie mit den Armen nach vorne ziehen. Die Arme sind bei Vorbeugen - immer eher eine Dekoration, wenn man gut ist sogar eine Begrezung der Tiefe der Pose (siehe 1-5). Kräftige Arme + Nichtbeachtung dieses Hinweises = mit sehr hoher Sicherheit ein Bandscheibenvorfall in der
Lendenwirbelsäule ...
Sogar bei Posen wo es zuerst scheinen mag als würden wir die Arme benutzen, wie bei dieser Pose:

zieht man sich nicht mit den Armen um rein zu kommen, sondern drückt die Schultern sanft mit den Knien nach hinten
7. Bei Rückbeugen werden meist Oberschenkel, Hintern und die gesamte Muskulatur im Becken (Mula Bandha) angespannt um die Sicherheit zu gewährleisten, auch hier - 1-5
8. Außer ihr wisst SEHR genau was ihr tut, keine Drehung der
Wirbelsäule mit einer Biegung der
Wirbelsäule kombinieren - sagt vermute ich auch jeder Physiotherapeut :-)
9. Kraft vor Dehnung - wenn wir keine Kraft haben, dann IST hohe Dehnung eine "Überbeweglichkeit", da die Gelenke, bei hoher Bewegungsfreiheit aber schwachem Muskelkorsett, instabil werden
Nicht als allgemein gültig anerkannt, aber so habe ich es gelernt:
10. es geht nicht um "Ausrichtung" oder "Präzision" (außer Sicherheit wie z.B. Spannungsbild der Muskeln bei Rückbeugen) - in sich selbst reinspüren, anstatt - wohlmöglich noch mit Spiegel - zu versuchen die Asana "korrekt" auszurichten...
11. Das, was landläufig unter "Adjustments" verstanden wird, ist im besten Fall unnütz und im schlimmsten gefährlich. Jemand anderen, wohlmöglich noch mit Gewalt tiefer in eine Pose rein zu ziehen oder zu drücken als er es selbstständig tun würde empfinde ich als tiefgründig gegen mein Verständnis von Yoga und als etwas, was eine falsche Vorstellung vom Yoga vermittelt (nähmlich das es darum gehen würde tiefer in körperliche Posen rein zu gehen)
Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen - kurze "Adjustments" mit leichten Druck eines Fingers, um die Bewegungsrichtung anzuzeigen finde ich vollkommen in Ordnung, aber nicht mehr. Kurz, um den Schüler möglichst schnell wieder seinen eigenen Empfindungen zu überlassen...
11. Hilfsmittel verwenden nach dem Prinzip: je weniger, desto besser. Wenn es nicht anders geht und es auch keine einfachere Pose gibt, die den selben Effekt dubliziert - dann erst! sind Hilfsmittel angebracht.
(also durchaus ein Seil (oder eine Socke :-)) bei Gomukhasana wenn die Hände einander nicht greifen können)
Kopfstand:
- Der Kopfstand ist ein Stand "mit dem Kopf nach unten", nicht ein Stand auf dem Kopf; das meiste Gewicht lastet auf den Armen
- Man steht dabei nicht auf dem Sahasrara
Chakra, sondern auf
ca. der Haarlinie, Kopf ist leicht angekippt

- Auf keinen Fall den Kopfstand an der Wand üben. Wenn man ihn richtig macht, können ihn die meisten zum Anfang keine 15 sec. halten und das ist gut so ... wenn man an der Wand steht, übernimmt die Wand die Aufgabe der Muskeln, die Belastung auf Wirbel, Bandscheiben, Kreislauf etc. bleibt aber gleich und kann zu Schäden führen (kenne jemanden der durch zu starke Halasana / Shirshasana Praxis sich Nerven abgeklemmt hatte)
- Es wird ein zu einem kleinen Kissen gedrehtes Tuch verwendet - ähnlich wie es in Afrika und Indien zum Tragen von Lasten auf dem Kopf

Das bewirkt - nach meinem Empfinden 2 Sachen:
1. Der Kopf ist höher, so dass man gezwungen ist sich weiter aus den Schultern raus zu drücken, Trapezius / Rhomboide werden sehr stark aktiviert, Rhomboide Muskeln sind glaube ich die, die bei den meisten zuerst ermüden.
2. Die Bewegung nach oben ist leichter, so dass die Versuchung den Kopf abzusetzen nicht so groß ist, gleichtzeitig steht der Kopf einigermaßen weich und doch stabil, was beim Gleichgewicht hilft
Schulterstand / Pflug / Karnapidasana (Shashasana)
- diese Übungen sind viel weniger wert mit Platten unter den Schultern, da sich das Spannungsbild der Rückenmuskeln verändert (man ist nicht mehr gezwungen die Schulern zusammen zu ziehen und sich vom Boden weg zu drücken)
- weil der Druck auf die Schilddrüse fehlt
- weil die oberen Rückenmuskeln nicht lang gezogen werden; hierzu sagt man besonders dass Shashasana furchtlos macht, das geschieht aber gerade indem Angstblokaden in den Nackenpartien ("ihm saß die Angst im Nacken") und Agressionen in den oberen Rückenpartien gelöst werden. Agressionen sind der Gegenpart zur Angst, wenn das eine da ist, ist das andere latent auch in der Psyche und entsprechend um Muskelspannungsbild vorhanden
So weit erstmal, wenn mir noch war einfällt, schreibe ich noch mehr - gerne auch Ergänzungen, Einwände / Zustimmungen